|
|||
Unsere liebe Boxerhündin wurde mit ihren 3 Brüdern am 29.06.2001 als Anna-Marie vom Jägerhof geboren. Anna wurde bei der Geburt fast übersehen, denn sie wurde ohne das Wissen ihrer Züchterin im Garten unter einem Baum geboren. Erst einen Tag später wurde sie dort zufällig entdeckt, da Annas Mama immer wieder aufgeregt zum Baum lief. Wir holten unser Boxermädchen schließlich mit 9 Wochen zu uns.
Sie war eine sehr aufgeweckte und intelligente Hündin die uns viel Freude machte. Sie war sehr gelehrig und war in ihrer Hundeschule eifrig bei der Sache. Sie bestand die Begleithunde-Prüfung mit Bravour.
Anna im Jahr 2003
Anna liebte „ihren“ Garten und sie mochte Quietschetiere die laut quäkten wenn sie draufbiss. Anna hatte außerdem eine Vorliebe für Pommes, Hähnchen und Nudeln; und sie schlabberte gerne Joghurtbecher aus und mochte Sprühsahne sehr. Kaum schüttelten wir die Sahnedose, schon war sie da und wollte etwas davon abhaben. Was sie nicht mochte waren das Blitzlicht des Fotoapparates, Wasser ( Regen und Pfützen waren ihr ein Gräuel ) und Silvesterknaller. Sie hatte an Silvester jedes Mal furchtbare Angst, sodass wir immer die Jalousien runterließen, damit sie das Leuchten der Raketen nicht sah. Unsere süße Anna war ein ganz besonderes Boxermädchen. Sie erreichte im Jahr 2005 den 7. Platz ( von über 3000 Hunden ) bei der Wahl des/r Hundeskanzlers/rin im Berliner Kurier.
Anna im Berliner Kurier im Jahr 2005
Die Leser waren begeistert von ihr und sie gewann ein riesiges Futterpaket. Wir waren sehr stolz auf unsere Boxerin. Anna brachte in 3 Würfen 33 Boxerwelpen zur Welt. Sie kümmerte sich immer liebevoll um ihre Kinder. Sogar als unsere Französische Bulldogge Tiva ihre Welpen bekam, wollte Anna deren Mama sein.
Annas Welpen im Jahr 2003
So manches Mal mussten wir im Laufe ihres Lebens um sie bangen. Sie hatte so manch schwere Operation zu überstehen und sie rappelte sich immer wieder auf, bis zu dem Tag (Mitte Mai’10) als sie ins Auto hüpfen wollte und sie sich furchtbar dabei an der Pfote verletzte! Anna hob beim Hereinspringen ihr rechtes Hinterbein nicht an, sodass sie mit dem Fuß gegen die Stossstange knallte! Die anschließende Röntgenaufnahme ihres Fußes zeigte keinerlei Brüche. Ein fester Verband sollte schließlich genügen. Leider fing die Pfote an, sich enorm zu entzünden. Sie fing an zu eitern und Anna wurde unter Vollnarkose ein Zehnagel gezogen. Unsere alte Dame hatte noch Tage nach der OP große Schmerzen und sie lief nur noch auf 3 Beinen. Sie wollte ihr rechtes hinteres Bein nicht aufsetzen. Wir dachten der Fuß wird schnell verheilen und sie wird bald wieder „die Alte“ sein. Wir konnten ja nicht ahnen, was der wahre Grund für ihr Nichtauftreten war….
Annas 9. Geburtstag mit neuem Quietschetier
Anna humpelte weiterhin, obwohl ihr Fuß nun schon völlig verheilt war! Die Tierärztin schickte uns schließlich am 24.06.10 zu einem Spezialisten zum Röntgen. Nun wurde ihr ganzes Bein geröntgt. Die Diagnose war niederschmetternd!!!
Osteosarkom ( aggressiver Knochenkrebs )
Anna hatte einen riesigen Tumor am Knie! Der Krebs hatte ihr ganzes Knie komplett eingenommen, sodass davon auszugehen war, dass der Krebs schon in Lunge und Darm gestreut hat! Anna sollte nur noch höchstens 3 Monate zu leben haben! Wir waren wie erstarrt! Anfang Mai tobte sie doch noch mit unseren Französischen Bulldoggen Tiva und Aika durch den Garten?! Nichts wies darauf hin, dass sie schwer erkrankt war! Wir waren wie gelähmt. Damit haben wir nicht gerechnet! Wir dachten über eine Amputation des Beines nach. Vielleicht war der Krebs ja doch noch nicht im Körper verteilt und eine Amputation mit anschließender Chemotherapie könnten ihr helfen? Verschiedene Ärzte machten uns keinerlei Hoffnung mehr und rieten vom Röntgen der Lunge ab. Es wären nur noch mehr Strapazen für Anna und sie war doch nun schon fast 9 Jahre alt. Für eine Boxerin ein gutes Alter. Wir sollten ihren Tag X bestimmen. Bestimmen wann ihr letzter Weg zum Arzt geschehen soll! Zu lange warten sollten wir auch nicht, da Annas Knochen um das Knie herum immer poröser wurde und zu brechen drohte! Hilflosigkeit machte sich breit und wir versuchten alles, um ihr die letzten Tage erträglicher zu machen. Sie bekam starke Schmerztabletten und wir trugen sie zum Gassigehen die Treppe runter damit sie nicht fiel. Wir legten über unser Laminat Teppiche, damit sie nicht rutschte. Anna wollte nun kaum noch raus. Nur wenn man ihr sagte, dass es in den Garten geht, war sie mobil. Denn das Wort „Garten“ kannte sie gut. Es war ihr liebster Ort und sie war sehr gern dort. Leider war die sommerliche Hitze von über 37 C Grad für Anna unerträglich und wir haben die meiste Zeit drinnen verbracht. Ihr ging es zusehends schlechter. Sie hielt ihr Bein nur noch in die Luft und sie sabberte sehr viel. Aber sie frass wie gewohnt.
Anna 1 Woche vor ihrem Tod
Viele Freunde und Bekannte rieten uns nun endlich mit Anna den letzten Weg zu gehen, aber wir brachten es nicht fertig! Wir überlegten jeden Tag aufs Neue, wann wir gehen sollten… Wir beschlossen: wenn Annas Futter aufgebraucht ist, dann gehen wir mit ihr. Annas Futter war am 09.07.10 aufgebraucht. Wir kauften neues und verschoben den Tierarzt auf die nächsten 2-3 Tage. Anna ist am Montag Vormittag, den 12.07.2010 über die Regenbogenbrücke in die Ewigkeit gegangen. Wir waren bis zum Schluss bei ihr. Sie wurde 9 Jahre und 13 Tage alt.
Wir vermissen sie sehr.
|
|||